Darlehensnachlässe der HVB auf Immobilienkredite

- Bank unterbreitet Eigentümern von „Schrottimmobilien“ unaufgefordert Vergleichsangebote

Düsseldorf, 12.1.2010 – Die Bayerische Hypo-Vereinsbank AG (HVB) bietet seit Ende letzten Jahres Kunden, die mit Darlehen der Bank vornehmlich in den 90er Jahren überteuerte Immobilien zu Steuersparzwecken (sog. „Schrottimmobilien“) erworben haben, unaufgefordert Darlehensnachlässe an. Im Gegenzug sollen diese Kunden auf rechtliche Ansprüche gegen die Bank verzichten, die ihnen aus dem Erwerb der Immobilie und/oder dem Abschluss des Darlehensvertrages möglicherweise zustehen können. Des Weiteren sind die Angebote regelmäßig an die Bedingung geknüpft, dass ein Darlehensnachlass nur dann gewährt werden kann, wenn die Kreditverbindlichkeit auch insgesamt beendet wird. Die bedeutet für die Kunden, dass sie die reduzierte Darlehensschuld dann in einer Summe an die HVB zurückzahlen müssen.


Die HVB weist in ihren Angebotsschreiben darauf hin, dass einige wenige Kunden, die auch eine Immobilie als Kapitalanlage mit Hilfe eines Darlehens erworben hatten, bereits erfolgreich Ansprüche gegen die Bank vor Gericht durchsetzen konnten. Weitere Angaben zu diesen Ansprüchen und Verfahren enthalten die Schreiben jedoch nicht. Wie sich die Rechtslage für den konkret angeschriebenen Bankkunden darstellt, ist ebenfalls nicht ausgeführt. In den Schreiben heißt es lediglich, dass solche Ansprüche nur durch eine langjährige gerichtliche Auseinandersetzung geklärt werden können, sodass aus Sicht der Bank ein beiderseitiges Interesse daran bestehe, das Darlehensverhältnis auf eine rechtlich gesicherte Basis zu stellen.

„Alle Angebote, die wir einsehen konnten, enthalten lediglich einen verschwindend geringen Darlehensnachlass von 1 bis 2 % der aktuellen Darlehenssumme “, erklärt Rechtsanwalt Ulrich Mediger von der Kanzlei mzs Rechtsanwälte, die auf Kapitalmarkt- und Kapitalanlagerecht spezialisiert ist. „Die betroffenen Darlehensnehmer sollten daher vor Annahme des Angebots in jedem Fall prüfen lassen, ob ihnen Ansprüche gegen die Bank zustehen und ob das Angebot der Sach- und Rechtslage und der damit verbundenen Risikoverteilung gerecht wird. Diese Vorgehensweise verbessert die Verhandlungsposition der Kunden gegenüber der Bank nach unseren Erfahrungen deutlich.“


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Rechtsanwalt Ulrich Mediger
Tel: +49 211 280663 68
mediger(at)mzs-recht.de

Vera Treitschke
Presse und Kommunikation
Tel: + 49 211 280 663 62
treitschke(at)mzs-recht.de


zurück zur Übersicht