Panne im System - Falsche Wertpapierabrechnungen der Dresdner Bank eröffnen Lehman-Anlegern neue Chancen in Gerichtsverfahren

Düsseldorf, 8.12.2009 – Die Dresdner Bank hat im Frühjahr 2007 falsche Wertpapierabrechnungen für ihre Lehman-Kunden erstellt. Den Abrechnungen zufolge erfolgte der Kauf der Zertifikate über die Börse Fankfurt/M. auf Rechnung der Kunden (sog. Kommissionsgeschäft). Die Bank behauptet hingegen, sie habe die Zertifikate im eigenen Namen direkt von der Emittentin erworben und dann an die Anleger weiterverkauft (sog. Eigenhandel). Diese Unterscheidung ist brisant für die Frage, ob die Bank die Anleger über erhaltene Vertriebsprovisionen hätte aufklären müssen. Nun liegt die erste Gerichtsentscheidung zu dieser Frage vor: Danach muss eine Bank, wenn sie den Anschein eines Kommissionsgeschäfts erweckt, den Anleger in dem Beratungsgespräch auch umfassend über erhaltene Vertriebsprovisionen aufklären (Landgericht Mönchengladbach, Urteil vom 17.11.2009 – Aktenzeichen 3 O 112/09; nicht rechtskräftig).


„Diese Entscheidung stellt einen neuen vielversprechenden Ansatzpunkt für die Lehman-Anleger dar, die von der Dresdner Bank AG im Frühjahr 2007 Lehman-Zertifikate erworben haben“, sagt Rechtsanwältin Uta Deuber, deren Kanzlei mzs Rechtsanwälte die Anlegerin in dem Verfahren vertreten hat. Dass eine Bank einem Kunden vor dessen Anlageentscheidung ungefragt und unabhängig von deren Höhe über etwaige Provisionen aufklären muss, hat der Bundesgerichtshof, das höchste deutsche Zivilgericht, bereits eindeutig bejaht (vgl. u. a. BGH, Beschluss vom 20.1.2009 – Aktenzeichen XI ZR 510/07). Ob diese Rechtsprechung aber auch für Geschäfte im Eigenhandel zur Anwendung kommt, bei denen Banken sogenannte „(Gewinn-)Margen“ einbehalten, ist unter den Instanzgerichten derzeit noch umstritten. Auf diese unterschiedlichen Auffassungen kommt es nun nach dem Urteil des Landgerichts Mönchengladbach aber gar nicht mehr an.

Rechtsanwältin Uta Deuber hält die unzureichende Aufklärung über erhaltene Vertriebsprovisionen nach diesem Urteil einmal mehr für einen guten Anhaltspunkt, um die Commerzbank erfolgreich auf Schadenersatz in Anspruch zu nehmen. Dies gilt insbesondere für die Anleger, die auf Empfehlung der Dresdner Bank im Frühjahr 2007 in das GLOBAL CHAMPION ZERTIFIKAT (WKN A0MJHE) oder das BONUS EXPRESS ZERTIFIKAT (WKN A0MHVV) investiert haben. Die von der Bank zu diesen Zertifikaten herausgegebenen Flyern enthalten keine Angaben zu erhaltene Vertriebsprovisionen. Zudem weisen alle Wertpapierabrechnungen der Dresdner Bank, die die Rechtsanwältin bislang einsehen konnte, aus dieser Zeit den gleichen Abrechnungsfehler auf. Die Anwältin rät daher allen Anleger, die noch überlegen, Ansprüche gegen die Bank geltend zu machen, sich bald von spezialisierten Rechtsanwälten beraten zu lassen. Denn Schadensersatzansprüche verjähren bereits drei Jahre nach Erwerb der Zertifikate, also für viele Anleger bereits im Februar 2007.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Rechtsanwältin Uta Deuber
Tel: +49 211 280663 61
deuber(at)mzs-recht.de

Vera Treitschke, Presse und Kommunikation
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